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Was ist vom Finisher-Euro zu halten?

Zum Sachverhalt:

Auf der Homepage des Leichtathletikverbandes ist seit Oktober folgendes zu lesen:

„Laut einem Verbandsrat-Beschluss des Leichtathletikverbandes werden die Teilnehmergebühren bei allen Laufveranstaltungen ab dem 1.1.2016 einheitlich auf einen Euro pro Teilnehmer festgelegt. …
Relevant sind für die Lauf-Veranstalter ausschließlich die Finisher, nicht alle gemeldeten Teilnehmer. Vom sogenannten „Finisher-Euro“ ausgenommen sind Kinder und Jugendliche bis zur Altersklasse U18 sowie karitative Läufe nach Absprache. …

Der Vorsitzende des Bundesausschusses Laufen, Harald Rösch, verdeutlichte noch einmal, dass „die Gebührenanpassung eine Chance für den Laufsport sei, denn nun habe man zum einen eine einheitliche Regelung, die bundesweit gilt, zum anderen können ab 2016 Lauf-Projekte besser gefördert werden.“

Das Vorhaben hat im Verlauf des Jahres 2014 eine rege kontroverse Diskussion ausgelöst. Im Internet sind einige empörte Reaktionen zu finden. Auch uns hat das Vorhaben sehr überrascht, als wir im Spätsommer davon gerüchteweise hörten.
Zurzeit führen wir an den Verband 25 Cent je Finisher ab, die zur Hälfte beim Landesverband verbleiben. Die Steigerung der Gebühr auf 400 % bedeutet, dass wir künftig als Verein für alle unsere Veranstaltungen mehr etwa 3.500 Euro an den Verband überweisen müssen, die wir am Ende von unseren Teilnehmern einfordern müssen.

Um Klarheit über die Gerüchte zu erlangen, haben wir beim Landesverband MV im Oktober 2014  nachgefragt, was es mit dem Finisher-Euro auf sich hat.
Bis heute erhielten wir trotz Mahnung keine Antwort auf unsere Fragen. Erst ab 6.11.14 wurde auf der Homepage des LVMV eine Info zum Fisher-Euro eingestellt. Interessanterweise ist in dieser Info folgendes zu lesen:

„Direkt nach dem Verbandsrats-Beschluss bei der DM in Ulm wurden alle 20 Geschäftsstellen der Landesverbände sowie alle Volkslaufwarte schriftlich vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) über die Änderungen 2016 schriftlich informiert.“

Die DM in Ulm war Ende Juli 2014!!

Nach unserem Wissen ist dem Verbandsratsbeschluss ein Beschluss der Tagung der Volkslaufwarte vorausgegangen. Wir fragen uns, warum unser Volkslaufwart bzw. sein Sprecher nicht sofort nach Kenntnisnahme des Vorhabens die Laufveranstalter MVs konsultiert hat, um die Meinungen der Vereine auszuloten. Welches Mandat hatte der Volkslaufwart MV für seine Stimmabgabe bei der einstimmigen Beschlussfassung der Volkslaufwarte?

Die gleiche Frage ist an Herrn Andreas Bluhm, unserem LVMV-Präsidenten, zu richten. Nach den Presseinformationen haben an der o. g. Verbandsratstagung alle Präsidenten der Landesverbände teilgenommen. Auch Herr Bluhm und sein Geschäftsführer hielten es offensichtlich nicht für erforderlich, uns als die betroffenen Vereine zeitnah über solche Beschlüsse zu informieren!! 

Was spricht für den Finisher-Euro?

Bei der Einführung der Finishermaut geht es für den Leichtathletikverband um einen warmen Regen in Höhe von ca. 2,3 Mio. Euro für alle beim DLV angemeldeten Läufe (in MV ca. 21.000 Euro - Basis Volkslaufstatistik 2013). Da der DLV nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 02.04.2013 berechtigt ist, auch von nicht beim DLV angemeldeten Läufen (z. B. Firmenläufen usw.) die Gebühr zu fordern, ist der Erlös wohl um das Doppelte höher. 60 % der Gebühren sollen bei den Landesverbänden verbleiben.

Auf der DLV-Internetpräsenz heißt es dazu:

„„Unser primäres Ziel ist es, mit den Einnahmen aus der Gebührenanpassung speziell auch den Laufsport weiterzuentwickeln. Hierzu wird eine Prioritätenliste von Fördermaßnahmen erarbeitet“, sagte Dr. Matthias Reick, DLV-Vizepräsident Allgemeine Leichtathletik, am Dienstag nach einer Sitzung des Bundesausschusses Laufen. ...

 Die Details der Prioritätenliste werden jetzt in den Landesverbänden erarbeitet, um dann für 2016 komplexe Inhalte zur Umsetzung notwendiger Neuerungen zu haben. Daran sollten sich alle Vereinsvertreter in den Verbänden konstruktiv beteiligen. Letztlich soll Laufen sowohl im Leistungsbereich als auch im Breitensport unterstützt werden, was auch der Gesundheits-Prävention helfen wird.“ ...

„Aus den Einnahmen“, so Harald Rösch, Vorsitzende des Bundesausschusses Laufen, „die zusätzlich generiert werden, muss auch in den Laufsport investiert werden. Dies ist unser Ziel. Was letztlich gefördert wird, werden wir transparent kommunizieren.“ Horst Milde und Wilfried Raatz, Mitglieder des Bundesausschusses Laufen und Vertreter der German Road Races legten hierzu einen Katalog von Fördermaßnahmen vor, der insgesamt zehn Punkte umfasst.

Unter anderen fordern sie die Traineraus- und -weiterbildung sowie Schulsport-Wettbewerbe besser zu fördern, Zuschüsse für zentrale und dezentrale Nachwuchs-Fördermaßnahmen zu erweitern, ausbildungsbegleitende Förderung von jungen Athleten und den Cross-Cups zu stärken oder auch laufaffine Leichtathletik-Vereine besser zu unterstützen Der Bundesausschuss einigte sich darauf, eine Prioritätenliste von Fördermaßnahmen zu erstellen, mit der ab 2016 gearbeitet werden kann.“

Es muss nicht besonders betont werden, dass in MV von einer Diskussion über eine Prioritätenliste noch nichts zu hören ist.

Es gibt unter der Läuferschar auch Stimmen, die „hinter den jetzt bekannt gewordenen Plänen in erster Linie die Sorge um die zukünftige Finanzierung der Arbeit des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (vermuten). Durch die Verlagerung der Arbeit von den Honorar-Trainern auf fest angestellte, und dementsprechend höher zu bezahlende Cheftrainer sei der finanzielle Aufwand deutlich größer geworden. Zudem sei man stark vom Hauptsponsor, einem amerikanischen Sportartikelhersteller abhängig, "und wenn der demnächst ausläuft und nicht verlängert wird, sieht es für den Verband finanziell ganz düster aus." (Schwarzwälder Bote)

Viele Veranstalter müssen fürchten, dass die erhöhte Abgabe die Existenz ihrer Läufe gefährdet. Wird der Finisher-Euro an die Läufer durchgereicht, wie es manche DLV-Funktionäre empfehlen, müssen die Läufer mit höheren Startgebühren rechnen. Für Teilnehmer am VR-Laufcup des Landes kommen so mal schnell 10 Euro zusammen.

Der LVMV hat angekündigt, sich auf dem für den 28.03.15 einberufenen Verbandstag mit dem Thema "Finisher-Euro" zu beschäftigen.
Wie wird dort die Diskussion ablaufen? Werden die Läufveranstalter in angemessener Zahl vor Ort sein, um der Überzahl der traditionell sprintenden, springenden und werfenden Leichtathleten, die vom Finisher-Euro vielleicht profitieren, Paroli bieten können? Lehnen wir Läufer und Laufveranstalter überhaupt den Finisher-Euro ab oder ist es nicht doch eine gute Sache?

     Ihre Meinung ist gefragt:    

Wir wollen Ihnen ein Podium bieten, Stellung zum Finisher-Euro zu beziehen. Wir wollen Ihre Meinung wissen, um Sie beim LVMV und DLV zu vertreten. Was halten Sie vom Finisher-Euro?   

Teilen Sie uns Ihren Standpunkt bitte bis zum 20.02.2014 mit.

in unserem Gästebuch:   

www.fuenf-seen-lauf.de/gaestebuch.html

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(Vertraulichkeit wird auf Wunsch gewährleistet)
per Telefon 0385 394 00 207

 

 

Wer gleich mit dem LVMV kommunizieren will: info@lvmv.de

 Weitere Infos finden sich hier:

Informationen des DLV 

Laufsport soll noch besser gefördert werden
Info vom 01.10.2014
Information des LVMV
 
Info vom 06.11.12014
Gerichtsbeschluss zur Einbeziehung von nicht beim DLV gemeldeten
Läufen zum Finisher-Euro
OLG Düsseldorf, Beschluss vom 2. April 2013 - Az. VI -
U (Kart) 9/13
Blog eines Sportredakteurs
 
Klares Nein zum Finisher-Euro
Laufen in Hamburg.de
 
Vorsicht - Volkslauf-Euro
schwarzwälder-bote.de
 
Finisher-Euro provoziert auch Widerspruch
maz-online.de
 
Brandenburgs Laufvereine verärgert
Kölnische Rundschau
 
Sturmlauf gegen Sportverband  
Hamburger Abendblatt

Wir werden vom Verband abkassiert

 

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