![]() |
|
|
21. Schweriner Fünf-Seen-Lauf 2005 am
02. Juli 2005
|
|
Liebe Lauffreunde,
|
|
der Blick von der Starttribüne zeigte unmissverständlich: die da unten sind erlebnissüchtig. Voll erregter angespannter oder freudiger Erwartung dessen, was da auf sie zu kommen sollte zwischen Start und Ziel, aber auch danach auf der Zielwiese, beim Stadtbummel über den Töpfermarkt, bei Rigoletto, beim Sportlerball oder beim alternativen Kehraus im Schullandheim Mueß und schließlich für die Unentwegten beim Frühschoppenlauf am nächsten Morgen mit dem traditionellen Ausklang bei Kuchen, Cola und Bier. Ein Bad in der Menge wären diese Minuten da oben auf dem Wagen der Speditionsunternehmers Scharff, dessen Jüngster mal wieder die 10 km gewann. Aber so richtig können wir es natürlich nicht genießen, denn schließlich wissen wir nach 20 Läufen nur allzu gut, was so alles zwischen Start und Ziel passieren kann: auf 30 km Strecke, mit einem Lauffeld von 3200 Teilnehmern, deren Sinnen und Trachten bestimmt ist vom Kampf um das Siegerpodest, vom Ehrgeiz, dem Kumpel X die Hacken zu zeigen, vom Willen, zum ersten Mal die längere Strecke zu schaffen, oder einfach vom Genuss, laufend mit Gleichgesinnten die Landschaft zu erleben. Aber nicht nur die Läufer müssen da durch, sondern auch wir, die Euch eingeladen haben. Ihr und wir haben es schließlich nicht anders gewollt. Die Euphorie am Start wird also gedeckelt von Anspannung und Nervosität. Als wir uns nach dem letzten Start eilends auf den Weg machen wollen, um vor dem ersten Läufer am Ziel zu sein, kommt das erste Missgeschick in Gestalt eines etwas ramponierten Läufers auf uns zu. Nach einem Kilometer musste er auf die restlichen 29 verzichten, weil ein Sturz schon im Schloßgarten sein Lauferlebnis beendete. Und wie es sich so manchmal dennoch glücklich fügt, hatte er bereits in unserem Kleinbus medizinisch vorzügliche Betreuung durch die Medizin studierende Schwiegertochter des Fahrers und neuen Org.-Chefs des Laufes Dietmar Büch. Wenig spektakulär ist diese Nachricht vom Führungswechsel, denn an der Arbeit und am Konzept des Fünf-Seen-Laufs wird sich wenig ändern. Dietmar Büch wurde gewissermaßen in diese Position gedrängt, weil Dietrich Barthel meinte, dass Rentner zwar mitmischen aber auch loslassen können müssen. Da Dietmar nun alles andere als ein Neuling ist, sondern mit dem bisherigen Chef und mit Achim Knipp den Lauf einmal aus der Taufe gehoben hat, war die Gewissheit gegeben, dass Dietmar mit den beiden anderen Vätern des Fünf-Seen-Laufs und mit den im Protokoll nachzulesenden Org.-Büro-Mitgliedern den Lauf am Laufen halten wird. Am Start fehlte eine, die immer dazu gehörte: Bertha Klingberg, die Blumenfrau, die seit ihrem 90. Lebensjahr in ihrer mecklenburgischen Tracht und ihren roten, rosa und gelben Siegerrosen zum Inventar gehört. Bertha ist jetzt 106 Jahre alt und will im Oktober 107 werden. Der Start wäre nun doch zu anstrengend gewesen, aber dem Ziel wollte sie wenigstens einen Besuch abstatten. Der fiel in die Siegerehrung der 10 km, und wie in den letzten Jahren auch defilierten die Sieger an ihr vorbei, um sich ihre Siegerrosen abzuholen. Danke Bertha Klingberg und alles Gute bis zum nächsten Geburtstag im Oktober! Die Bundesgartenschau 2009 wirft ihre Schatten im wörtlichen Sinne voraus. Dort, wo bislang die Albert-Richter-Kampfbahn ihre Umkleideräume und Toiletten bot, stand nur noch einsam im abgeholzten Terrain die Baracke vandalsicher bereits mit vernagelten Fenstern. Ein letztes Mal vor dem bevorstehenden Abriss konnten die Räume genutzt werden. Was sich dort künftig tun wird, zeigt die Mittelseite dieses Heftes. Das stimmt in der momentanen Traurigkeit um die ehemalige traditionelle Radrennbahn hoffnungsfroh, denn die Attraktivität dieser wohl einmaligen Stadt-Landschaft wird kräftig zulegen. Vielleicht tut es ja auch der Cup, den der Fünf-Seen-Lauf gemeinsam mit dem Celler Wasa-Lauf und dem Wernigeröder Harzgebirgslauf austrägt. „City, Seen und Berge“, verteilt auf Frühling, Sommer und Herbst in drei Bundesländern, wessen Ehrgeiz könnte dem eigentlich widerstehen?
Die Starterfelder wieder bersten beim nächsten Lauf am Juli-Ersten
|