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Dietrich Barthel

Nachruf

Die Mitglieder des Schweriner Fünf-Seen-Lauf e. V. trauern um ihren Freund, Laufkameraden und  Stellvertretenden Vereinsvorsitzenden. 

Mit ihm verliert die Laufbewegung in Schwerin und im Land Mecklenburg-Vorpommern  einen engagierten Volkssportorganisator und einen leidenschaftlichen Volkssportlangstreckenläufer.

Dieter Barthel gehörte zu denen, die in Schwerin für den Volkssport etwas bewegten, immer neue Wege beschritten und damit nachhaltig das Sportgeschehen der Stadt aktiv beeinflussten. Dafür sprechen wir ihm unseren tiefen Dank aus.

Gemeinsam mit mehreren Mitstreitern begründete er 1985 den Schweriner Fünf-Seen-Lauf, dem er 20 Jahre als Leiter des Org.-Büros vorstand. Er schuf mit seinem Org.-team eine Traditionsveranstaltung, die im Nordosten Deutschlands seinesgleichen sucht und deren Erfolgsgeschichte nun bereits 25 Jahre währt.

Im Jahr 2001 war Dieter, wie er von Freunden genannt wurde, Mitbegründer des Schweriner Fünf-Seen-Lauf-Vereins, der den Fünf-Seen-Lauf, den Sachsenhausen-Gedenklauf und die Schweriner Stundenläufe selbst organisiert und drei weitere Läufe organisatorisch unterstützt. Er war bis zuletzt  als stellvertretender Vereinsvorsitzender und stellvertretender Leiter des Org.-Büros Fünf-Seen-Lauf aktiv und wirkte mit nicht versiegender Einsatzbereitschaft, Beredsamkeit und Ideenfülle am Gelingen der Veranstaltungen mit.

Selbst fand er erst 1981 zum Laufen. Die Einsamkeit des Langstreckenläufers hat es für ihn nie gegeben. Für den Läufer aus Leidenschaft war die flotte Fortbewegung Liebe und Lebensinhalt zugleich. Seine Ziele verfolgte er unveränderlich und ausdauernd, um die eigenen Grenzen der Leistungsfähigkeit auszuloten. Es war ein Leben außer Atem. Auf seiner Webseite beschrieb er sich als  Läufer des Mittelfeldes mit zunehmendem Hang zu langen Strecken.

Was er machte, machte er nicht nur ganz, sondern auch gut, und dies nicht nur bezogen auf sein sportliches Lebenswerk.

Nach  erfolgreichem Studium mit dem Abschluss als Diplomgermanist war er als Dramaturg in Meiningen und Schwerin bis 1975 tätig. Anschließend war er bei Schwerin Information als Stellv. Leiter verantwortlich u. a. für die Publikationen.  1986-1990 arbeitete er als Journalist bei den Norddeutschen Neuesten Nachrichten  und ab 1991 bis zu seiner Pensionierung war er Pressesprecher des Schweriner Oberbürgermeisters. Neben dem Fünf-Seen-Lauf engagierte er sich  ehrenamtlich stark in der SPD, der er seit 1989 angehörte.  

Eine Persönlichkeit und Freund hat uns verlassen, den wir alle sehr vermissen.

Unsere tiefe Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen von Dietrich Barthel, besonders seiner Ehefrau und seinen Kindern.

Der Schweriner Fünf-Seen-Lauf e.V. wird Sportfreund Dietrich Barthel stets in würdiger Erinnerung behalten.

In ehrendem Gedenken.

 

Georg Köllner
Vereinsvorsitzender
Dietmar Büch
Leiter
des
Organisationsbüros
Joachim Knipp
Stellv. Leiter des
Organisationsbüros

 






Nachruf
des Schweriner Oberbürgermeisters a. D. Johannes Kwaschik, mit dem Dieter als Leiter der Schweriner Pressestelle lange zusammen arbeitete.

Wir müssen Abschied nehmen von Dietrich Barthel und trauern um ihn. Die Stadt verliert mit ihm einen Menschen, der sich um das Wohl der Stadt große Verdienste erworben hat.

Im Nachdenken über das zu Ende gegangene Leben von Dietrich Barthel musste ich an das Athener-Evangelium denken, jene alte Geschichte von der Schlacht bei Marathon 490 vor Christus. Der Perserkönig Xerxes wollte mit einer ungeheuren Flotte und einem gewaltigen Landheer die griechischen Städte in West-Kleinasien unterwerfen und hatte alle Vorteile auf seiner Seite. Und doch geschah das Unmögliche. Das Perserheer wurde vernichtend geschlagen. Nur in Athen, 42 km von Marathon entfernt, wusste das niemand bis – ja bis der berühmte Marathonläufer niedersinkend auf dem Marktplatz die gute Nachricht überbrachte: „Wir haben gesiegt“. D. Barthel war ein engagierter Vertreter der good news in jeder seiner Funktionen, als Presseamtsleiter, als Publizist, als Sportler. Ja, auch als Sportler. Er verband das Laufen mit einer Botschaft, nutzte das sportliche Ereignis, um auf für ihn wichtige Dinge aufmerksam zu machen. Ich denke z.B. an seinen Lauf entlang der innerdeutschen Grenze als Symbol der Freude und Dankbarkeit für die wiedergewonnene Einheit Deutschlands.

Es gibt nicht viele wie ihn, die uneigennützig, uneitel und wie selbstverständlich ausschließlich an der Sache orientiert, ihren Dienst tun, haupt- und ehrenamtlich. Zu Recht wurde er geschätzt. Zu Recht war er sehr beliebt. Er hat seine Klugheit, seine Belesenheit nicht zur Schau gestellt sondern positiv eingebracht. Als Mann des Wortes hat er das kulturelle Leben der Stadt bereichert mit unzähligen Beiträgen. Und auch das sportliche. Unvergessen wird sein Einsatz für den Breitensport bleiben. Der Fünf-Seen-Lauf – oft ausgezeichnet – ist durch ihn initiiert und bleibend geprägt worden. Life is live. Er war ein Mann des Ausgleichs, wo immer ein solcher nötig war. Gleichwohl war er in seinem Urteil ganz klar und geradlinig und hat sich immer eine eigene Meinung geleistet. In der Stadtverwaltung hat er viel Gutes bewirkt für ein gelingendes Miteinander von Bediensteten aus Ost und West. Seine Ideen und seinen Einsatz auch für ein geselliges und nicht nur dienstliches Miteinander habe ich immer sehr geschätzt. Er war ein Vorbild an Loyalität und Engagement. Gern erinnere ich mich an die vielen Grußworte zu den unterschiedlichsten Anlässen, die er für mich vorbereitet hat.

Wir werden im Gedächtnis behalten, was er eingebracht hat, als es darum ging, dass Schwerin Landeshauptstadt des neu entstehenden Bundeslandes wird. Er hat die Blumenfrau Berta Klingberg überzeugt, sich in dieses kommunalpolitisch überaus wichtige Thema einzubringen. Er hat die Kontakte zu ihr für die Stadt gepflegt.

Er war mir persönlich ein wichtiger Ratgeber und guter Freund.

Johannes Kwaschik
Oberbürgermeister a.D.